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Unterarmgehstützen in mein Leben und wie ich es genieße. Erzählung

Ich fange an, mein Leben auf die leichte Carbon Unterarmgehstützen von INDESmed zu genießen und denke, weshalb musste ich erst diese Erfahrung machen, um bewusster durch die Welt zu gehen.


Gerade hatte ich noch die herbstliche Idylle auf Mallorca genossen, glaubte mich am letzten Urlaubstag erholt und der Hektik des Alltags entflohen. Ein Irrtum, sonst wäre ich nicht zu hastig vorgestürmt, wäre nicht gestolpert und mit vollem Einsatz aufs linke Knie gestürzt. Dann ging alles sehr schnell: Krankenwagen, Ambulanz, mit dem Seenotrettungsboot zu Barcelona im Festland in das nächste Hospital. Mir kam das zu dramatisch vor, aber als mein Knie ungewohnte Ausmaße annahm, habe ich dem Drängen des Inselarztes nachgegeben. Im Hospital die erleichternde Nachricht: Es ist nichts Schlimmes, nur ein Plättchen von der Kniescheibe abgebrochen und sonst alles überdehnt. Das Knie müsse ich schonen und sonst einfach abwarten. Sogleich wurden mir zwei schicke Unterarmgehstützen von INDEsmed in die Hand gedrückt, und ich wurde zum nächsten Hotel gebracht. Zwei leichte Carbonfaser Unterarmgehstützen , die mich die nächsten Wochen begleiten sollten.

Die Welt verändert sich, wenn man auf zwei Unterarmgehstützen läuft. Es sind nicht nur die vielen Menschen, die man immer finster guckend aus der Bahn kennt, erstarrt und unlebendig, die sich plötzlich hilfsbereit zeigen, einem den Platz anbieten, die Tür aufhalten, einem aufmunternd anlächelnd in einem Gesicht, das man sich lächelnd vorher gar nicht vorstellen konnte. Allerdings funktioniert dies auch nur mit zwei Unterarmgehstützen. Als ich mit einer Unterarmgehstütze unterwegs war, in der irrigen Annahme, ein Knie, eine Gehstütze, das reicht, wurde mir die Hilfsbereitschaft schnöde verwehrt. Eine Unterarmgehstütze zählt nicht! Da auch mein Knie mit einer Unterarmgehstützen nicht einverstanden war, nahm ich am nächsten Tag wieder alle beide in die Hände.

Nein, die stärkste Veränderung ist die Entschleunigung meiner Welt. Ich bewege mich langsam durch die an mir vorbeiwuselnden Menschen, bekomme mehr mit. Ich schaue mir die Gesichter an, sehe den stakkato ähnlichen Gang der Absatzfrauen, den geschäftigen der Anzugmänner, die tänzerischen einiger verliebter Jugendlicher. Es gibt viele Möglichkeiten, sich vorwärts zu bewegen, früher sind sie mir nie aufgefallen. Auch in der Stadt, in deren Nähe ich schon seit mehr als 25 Jahren wohne, fallen mir Details auf, die ich vorher nie beachtet habe. Hier ein Türmchen, dort ein Gesims mit drolligen Figuren. Die Entschleunigung bewirkt ein bewussteres Schauen. Nur bei den Rolltreppen habe ich so meine Schwierigkeiten. Sie passen nicht mehr zu meinem Tempo. Unerbittlich bewegen sie sich mit schwindelerregender Geschwindigkeit rauf oder runter, und mir kommt es so vor, als müsste ich mich draufschwingen. Ich zögere, gehe einen Schritt vor und bin erleichtert auf einer Stufe. In atemberaubendem Tempo geht es vorwärts und ich schwinge die Gehstütze, um den Abgang zu schaffen – puh. Zum ersten Mal fällt mir das Schild auf, Benutzung auf eigene Gefahr – wie wahr.

Ja, ich fange an, mein Leben auf die leichte Carbon Unterarmgehstützen von INDESmed zu genießen und denke, weshalb musste ich erst diese Erfahrung machen, um bewusster durch die Welt zu gehen. Aber mein Knie meint langsam, es ist genug der Bewusstseinserweiterung, nimmt wieder vertraute Konturen an und so geht auch diese Erfahrung zu Ende. Ich wünsche mir aber, ich kann die Entschleunigung weiter mit in mein Leben nehmen – mal sehen, ob es mir auch Stützenlos gelingt.